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Schlaflos in Werdohl

Hallo liebe Leser!

Eigentlich wollte ich ja was zum ersten Geburtstags meines Blogs posten, aber momentan beschäftigen mich leider ganz andere Sachen. Und ab hier wird sich die Leserschaft meines Blogs spalten: in die, die Kinder haben und solche und ähnliche Probleme kennen und in die, die jetzt amüsiert mitlesen können und sich freuen, dass sie durch- und ausschlafen können.

Momentan hat meine kleine Maus „dezente“ Schlafprobleme. Seit Ostermontag ist sie wie ausgewechselt. Kaum haben wir sie ins Bett gepackt, schon weint sie und steht wieder auf. Das ist ganz schön anstrengend, dabei dann immer konsequent zu bleiben. Zumal sie dann so in Rage ist, dass sie dann auch nicht mehr mit sich reden läßt. Nun gut, wenigstens das ist seit letzen Donnerstag etwas besser geworden. Aber in der Nacht wacht sie immer noch fürchterlich oft auf und steht dann bei uns im Schlafzimmer. Beim Kinderarzt war ich schon, das hat nicht wirklich etwas gebracht. Nun habe ich mich im Internet umgesehen. Hach ja, das gute „alte“ 😉 Internet, was machte ich nur ohne dich! 🙂 Dort bin ich auf die Homepage der Charite Berlin gestoßen, in der genau unser Problem analysiert wird. Teilweise fand ich es schon erschreckend, ich habe mein Kind in dem Text genau beschrieben gesehen.

„Hinweise auf Schlafprobleme bei Kindern

>Eltern wenden zuviel Zeit auf, um dem Kind beim Einschlafen zu ‚helfen‘.
>Das Kind wacht nachts wiederholt auf.
>Die Stimmung und das Verhalten des Kindes sind durch den schlechten Schlaf beeinträchtigt.
>Eltern können aufgrund des Schlafverhaltens ihres Kindes nachts nicht durchschlafen und erhalten so selber zu wenig Schlaf.
>Der schlechte Schlaf belastet die Eltern-Kind-Beziehung.“

Ähm…ja! Passt alles. Wir sind den ganzen Abend damit beschäftigt, sie zum schlafen zu bringen, nachts steht sie ständig bei uns im Schlafzimmer und mein Mann und ich sind seit Ostermontag nur noch übermüdet. Und was Ivys Stimmung angeht, die hat am Samstag ihren schlechte Höhepunkt erreicht. Beim Einkaufen war sie sowas von schräg drauf. Sie saß bei unserer Nachbarin im Einkaufswagen (wir hatten sie mitgenommen) und selbst unsere Nachbarin sagt, dass sie Ivy gar nicht so kennt. :/

„Der Schlaf Ihres Kindes ist ein kostbares Gut, denn er ist eine notwendige Voraussetzung für seine Fröhlichkeit, Lebensfreude und Ausgeglichenheit. Ein Kind, das seines gesunden Schlafes beraubt wird, kann dagegen zum Alptraum der Familie werden.“
Das kann ich zu 100% unterschreiben.

In dem Artikel werden auch Lösungsansätze vermittelt, ein paar Sachen davon machen wir aber eh schon. Feste Schlafenszeiten zum Beispiel. Vielleicht hat damit auch alles angefangen, denn Oma und Opa haben das über Ostern ganz schön arg nach hinten verschoben. Früher hat ihr das nichts ausgemacht, wenn sie mal was später ins Bett kam, aber wer weiß, wie das jetzt ist. Wir haben einen festen Ablauf (Zähne putzen, Buch lesen, Gute- Nacht Küsschen und Drücker und „einpacken“, also in die Decke einwickeln) den wir eigentlich nie ändern.

„Desensibilisierung – eine Methode für ältere Kinder
Ältere Kinder haben manchmal Schwierigkeiten mit dem Einschlafen, weil sie sich im Bett allein fürchten. Falls Sie die Gewohnheit haben, sich mit Ihrem Kind zusammen hinzulegen, um ihm beim Einschlafen zu helfen, und ihm nun selbständiges Einschlafen beibringen wollen, sollten Sie die Methode der Desensibilisierung ausprobieren. Sie muss konsequent und zu allen Schlafenszeiten, also auch vor dem Nachmittagsschläfchen und beim nächtlichen Erwachen, angewandt werden.

Erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie sich in die Nähe seines Bettes auf einen Stuhl setzen und dort warten, bis es eingeschlafen ist. Vergrößern Sie dabei jeden Tag den räumlichen Abstand zwischen dem Kinderbett und Ihrem Stuhl in Richtung der Tür. Rücken Sie Nacht für Nacht näher zur Tür und stellen Sie schließlich den Stuhl außerhalb des Kinderzimmers auf. Bei Kindern, die das Bett nicht verlassen, kann die Tür offenstehen. Bei Kindern, die aufstehen, muss die Tür geschlossen werden.

Bis sich der Erfolg einstellt, können 1 bis 3 Wochen vergehen. Positive Bestätigungen und Belohnungen – wie z. B. kleine Preise – können den Lernprozess beschleunigen. Das vorbildliche Verhalten des Kindes zu loben, kann ebenfalls sehr wirksam sein“
Das hätte ich als nächstest so getestet, aber das einschlafen scheint ja jetzt wieder zu funktionieren.

„Probleme bei der Überschreitung von Grenzen

Im Alter ab 2 Jahren beginnen die Probleme, Grenzen aufzuzeigen und einzuhalten. Wenn sich das Kind weigert, ins Bett zu gehen, Zeit schindet oder die Eltern nicht von seiner Seite weichen lässt, hat es Probleme mit der Akzeptanz von Grenzen.
Eltern müssen sich bewusst werden, dass es zu ihrer Verantwortung gehört, auch ohne Zustimmung des Kindes vernünftige Zeiten fürs Schlafengehen zu bestimmen und für deren Einhaltung zu sorgen, obwohl das Kind dann vielleicht noch sehr aktiv und wach ist. Kinder können in der Äußerung von Wünschen sehr kreativ sein: sie wollen noch eine Umarmung, ein Taschentuch, ein Glas Wasser, das Licht soll aus- oder eingeschaltet werden, oder es muss „unbedingt noch etwas ganz Wichtiges“ erzählen. Manchmal lässt sich schwer unterscheiden, ob ein Kind die Wahrheit sagt oder eine Verzögerungstaktik anwendet. Mit entschlossenem und konsequentem Vorgehen kann man Kindern allerdings signalisieren, dass seine Tricks durchschaut und nicht hingenommen werden. Grenzen müssen im übrigen klar und deutlich definiert sein.“

Und da lag auch unser Problem. Ivy hat genau das verlangt, was oben erwähnt wird. Hätte ich das nur ehr gefunden, es hätte mir mehr geholfen, als der Besuch beim Kinderarzt.

Und was lernen wir daraus: Das Internet hilft eben doch! 🙂

Quelle: Charite Berlin „Mein Kind kann nicht schlafen…“

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